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Piero Steinle
In München begann die Geschichte des "Dritten Reiches". Hier konnte Hitler seine politische Karriere initiieren, hier wurde die NSDAP gegründet. Als "Hauptstadt der Bewegung" blieb München der emotionale Referenzort des Nationalsozialismus und bis zum Kriegsende der Sitz der NS-Parteizentrale. Im Parteiviertel um den Königsplatz arbeiteten mehr als 6000 Menschen. Die Reichshauptstadt Berlin fand in der Parteihauptstadt München ihr verwaltungs-ideologisches Gegengewicht.

Auf der Suche nach den architektonischen Relikten aus der NS-Zeit stießen die Künstler 1994 auf ein ausgeklügeltes, weitverzweigtes unterirdisches Gangsystem, welches die wichtigsten Parteigebäude in der Umgebung des Königsplatzes und mehrere Luftschutzbunker untereinander vernetzt. In 6-10 Meter Tiefe planten die Nationalsozialisten also schon ab 1933 ein autarkes, begehbares Tunnelsystem, erstellt in Bunkerbauweise. Einerseits ist dieses Netzwerk Symbol für die Machtideologie der Partei, andererseits kann es als architektonischer Hinweis darauf verstanden werden, daß Hitler schon zu jener Zeit den Kriegsfall mit einplante. Der Öffentlichkeit ist dieses unterirdische Gangsystem nach 1945 weder bekannt noch zugänglich gemacht worden.

In der Ausstellung wird die gesamte unterirdische Vernetzung in der Umgebung des Königsplatzes dokumentiert. Gebaute Geschichte, über die -im Sinne des Wortes - "Gras gewachsen" ist, soll wieder sichtbar gemacht werden. Die Mechanismen, die zur Verdrängung im öffentlichen Bewußtsein geführt haben, werden aufgezeigt.

Im schrittweisen geographischen Aufriß wird der Besucher durch das unterirdische Gangsystem geführt. Kontrastiert wird dieser metaphorische Gang durch den Erinnerungskanal mit der darüberliegenden Oberfläche, um zu zeigen, wie über die Jahre Geschichte verwischt und überlagert wird. Die in Vergessenheit geratene unterirdische Welt wird in Bildern wieder sichtbar gemacht und mit gesprochenen Reflexionen über das Verhältnis des Menschen zu seiner Geschichte, über Erinnern und Verdrängen illustriert.

Im Ausstellungsraum werden im Maßstab 1:100 NS-Orginalpläne der unterirdischen Verbindungskanäle, Luft-schutzbunker und Versorgungsbereiche zusammenmontiert, sodaß ein komplexer Plan der gesamten Unterwelt zwischen Alter Pinakothek und Parkcafé entsteht. Diese Montage wird durch ein dahinterliegendes Luftbild im selben Maßstab für den Betrachter im geographischen Stadtkontext lokalisierbar gemacht.

Diaprojektoren, die zu einer Dia-AV zusammengeschaltet werden, markieren auf dem Gesamtplan schrittweise den Standpunkt des fiktiven Besuchers der Unterwelt. Auf den beiden Seitenwänden der Orangerie werden analog Dias projiziert, die zeigen, was am jeweiligen Standort zu sehen ist. Der Ausstellungsbesucher kann somit den gesamten Gang durch das Tunnelnetz bildlich nachvollziehen.

Piero Steinle & Julian Rosefeldt



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